„Nimm sie ernst, sei geduldig und bleib cool“ – aus: Wie es geht!
International Munich Art Lab (IMAL) – Eine prägende Ära (2001–2021)
Das International Munich Art Lab (IMAL), genauer gesagt das IMAL-Musiktheater in der Münchner Hans-Preißinger-Straße, war für mich über zwei Jahrzehnte hinweg weit mehr als nur ein Projekt – es war eine künstlerische Heimat.
Die Entstehung und unsere Vision
Gegründet wurde das IMAL im Jahr 2001 in Zusammenarbeit verschiedener Münchner Referate und des des Arbeitsamtes und als direkte Fortführung unserer vorherigen Produktion WestEndOpera. Zusammen mit Theo König und Dick Städtler übernahm ich von der Stunde Null an bis Ende 2021 die künstlerische Leitung und das Projektmanagement. Unter meinem Spitznamen „Vitti“ war ich im Team über all die Jahre als Komponist, Musiker und Produzent aktiv.
Das IMAL war von Beginn an als ambitioniertes Vollzeit-Projekt mit mindestens 40 Wochenstunden konzipiert – und das völlig kostenfrei für die Teilnehmenden. Unser Ansatz war es, niemals den Blick auf Defizite zu richten, sondern konsequent bei den Stärken junger Menschen anzusetzen. Wir wollten gesellschaftliche Ressourcen erschließen, kulturelle Bildung fördern und jungen Erwachsenen – oft mit erschwertem Zugang zu Bildung und Arbeit – den Weg in eine professionelle künstlerische Praxis ebnen.
Die Arbeit glich dabei oft einem harten, aber unglaublich erfüllenden Handwerk: Nach einem strengen Zeitplan wurde komponiert, inszeniert, gekocht, geputzt, Bühnenbild gefertigt und Studiozubehör gelötet. Es gab nur eine gemeinsame Vision: Gute und echte Musik zu machen und auf die Bühne zu bringen.
Produktionen, Tourneen und Meilensteine
In den Jahren von 2001 bis zu meinem Abschied sind im Rahmen des IMAL-Musiktheaters 13 herausragende Musiktheater-Produktionen entstanden. Viele davon gingen auf erfolgreiche Tourneen durch Deutschland, die Schweiz, Österreich, Serbien, Süditalien und New York. Für die gesamte Musikproduktion, das Sounddesign und das technische Mastering war ich in all den Jahren (ab 2015 gemeinsam mit Daniel „ProvoBeatz“ Siebertz) verantwortlich. Jedes dieser Werke wurde komplett verfilmt und auf DVD in Stereo und Dolby-Surround 5.1 festgehalten.
Neben der reinen Kunst vermittelten wir den Teilnehmenden im zweiten Projektjahr auch das nötige Rüstzeug für das Berufsleben: von den Grundzügen der Theatergeschichte und dem Vertragswesen in der darstellenden Kunst über das Auftreten auf Festivals bis hin zu essenziellen Infos über die Künstlersozialkasse und Steuerregelungen für Freiberufler.
Für unsere Arbeit wurden wir mehrfach geehrt. Ein besonders stolzer Moment war im Jahr 2005 die Verleihung der "Kerschensteiner Medaille" der Landeshauptstadt München. Bereits 2001 erhielten wir zudem die UNESCO-Auszeichnung „Dialog zwischen den Kulturen“.
Der Übergang und das heutige IMAL
Mit dem 1. Januar 2022 habe ich die künstlerische Leitung und das Projektmanagement offiziell, vollständig und endgültig an ein jüngeres Nachfolge-Team übergeben.
- Die Gegenwart (das heutige IMAL): Das Projekt wird seither in der Trägerschaft der Artworks gGmbH von anderen Verantwortlichen fortgeführt und hat seitdem eine eigene, neue Entwicklung durchlaufen, die eigenständig existiert.
Zu wissen, dass das Fundament, das wir damals gelegt haben, weiterlebt, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit für eine intensive, prägende Epoche.
Harten Fakten und die offizielle Chronologie findet man in der deutschen Wikipedia